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1

Sonntag, 1. April 2012, 10:24

Übungstext 1664

Hallo zusammen,

hab hier mal einen Ausschnitt von einem Kaufbrief aus dem Jahr 1664. Es ist S.2 von 4. Einen Übersetzungsversuch hab ich schon gemacht. Ich weiß allerdings nicht, ob alles richtig ist. Zweifelhaftes habe ich rot markiert.

Ist vielleicht ein ganz gutes Übungsteil. Die Schrift aus dieser Zeit finde ich noch am besten übersetzbar. Ab dem 18.Jahrhundert krieg ich nix mehr auf die Reihe.

Gruß aus Gefrees

Markus
»Markus« hat folgende Datei angehängt:
  • Kaufbrief 1664.pdf (315,23 kB - 37 mal heruntergeladen - zuletzt: 20. August 2016, 10:56)

2

Sonntag, 1. April 2012, 20:50

Na, was sagen die anderen "Paläographen" dazu?

3

Dienstag, 3. April 2012, 10:49

Hallo,

ist doch recht schwer zu lesen. Habs mal verucht, und hätte auch "Änderungsvorschläge"

Zeile 1: Tisch würde ich groß schreiben
Zeile 2: statt iedes lese ich irdens
Zeile 3: sonderheit, umbfangen

in der Zeile 3 würde ich tripff groß schreiben, habe aber damit ein Problem, denn müsste nicht beim p die Unterlänge nach rechts auslaufen? ?(

5 Zeile vom Schluß nicht "sonst" denn da ist glaube ich ein d drinn deshalb: samdt

Bin mal auf die Meinung unseres "Schriftgelehrten" gespannt. Müssen wohl noch weiter dran arbeiten. :wacko:

Liebe Grüße
Dieter

4

Dienstag, 3. April 2012, 21:32

Ich freue mich, dass Du Dich an dem Text versucht hast, Dieter. Ich würde ihn halt doch als für "Fortgeschrittene" klassifizieren.
Hier mal meine Korrekturen dazu:


höler, dann ein Tisch und Stuhl in der Stuben, so
weit, lang und breit solches alles und iedes in=
sonderheit. vmbfangen, mit Tripff: und Reyhen Rechten
versehen, ordentlich verreint und versteint, und was
in allen geniet undt genagelt ist, mit aller darauff
habenden Recht und Gerechtigkeit, allermaßen daßel=
bige vorige Possessores Geruhig innen gehabt und beseßen,
dem Erbarn Jacob Ruxtäscheln Mezkern, seinem Erben
undt Erbnehmen, vor und umb Zwey Hundert undt
Fünfftzig Gülden Kauffsumma undt Sieben
Reichsthaler Trinkgeld, alles guter gangbahrer
unverschlagener Reichs Münz und Landeswehrung
den gülden Zu 15 paz[en] derer 18 ein Reichsthlr thun
gerechnet, uff nachgesezte (d)eß Zu bezahlen ?
Ein Hundert gülden an Kauffschilling, sambt den
Sieben Rthlrn Trinckgeld alsbalden bahr erlegt.
dann
Fünfftzig gülden Walburgis anno 1665.
Fünfftzig Gülden Martini eiusdem anni.
vndt endlichen
Fünfftzig gülden Walburgis wenn man mit Gott
wird schreiben 1666. p.
Auß dießer behausung hat der verkauffer ihme vor=
behalten, seinem Handwerks Zeüg: als Keßel Escher,

5

Dienstag, 3. April 2012, 22:49

Im Nachtrag noch zwei Fragen:

war es üblich das u durch ein v zu ersetzen (vumfangen sowie vndt)
und was ist "mit Tripff"

Dieter

6

Dienstag, 3. April 2012, 23:08

ja, die haben früher meistens "v" für "u" geschrieben.
Trüpf ist der Dachvorsprung von dem bei Regen das Wasser tropft ...
Bei einem "Trüpfhaus" gehörte ursprünglich nicht mehr Grund dazu.
Die "Reihe" ist der Raum zwischen zwei Häusern, in welche die
"Trüpf" tropft und meist auch das Abwasser weggeleitet wurde.

7

Mittwoch, 4. April 2012, 09:08

Danke Harald,

Trüpf ist bekannt, habe dies aber nicht mit dem Tripff aus dem Text verbunden. Das mit der "Reihe" war mir neu; interessant. :thumbsup:

Und dann hätte ich noch eine Frage zum Text. Das kleine Wort "und" wird in drei Schreibweisen verwendet: und, undt sowie vndt ist das fachlich begründet oder die "künsterische Freiheit" des Schreibers?



Hallo Markus,

vielleicht könntest du ja noch die anderen Seiten ins Forum stellen, würde mich interessieren.
Aber bitte die Urkunde und die Übersetzung auf getrennten Seiten, lässt sich dann leichter lesen, und kann ohne Aufwand größer gedruckt werden kann. Danke, würde mich freuen. :)


Beste Grüße
Dieter

8

Donnerstag, 5. April 2012, 17:25

Hallo Dieter,
ich denke nicht, dass die drei verschiedenen "unds" eine besonderen Hintergrund haben. Die Schreiber schrieben wie sie sich's eben dachten.
Gruß
Harald

9

Sonntag, 8. April 2012, 11:00

Übungstext

Hallo Zusammen,

da war ich doch gar nicht so schlecht gelegen mit meinem Übersetzungsversuch.

Solche mehrseitigen Dokumente sind schon sehr aufwendig und schwierig zu übertragen. Respekt vor jeden, der das kann!!

Gruß aus Gefrees

Markus

10

Sonntag, 8. April 2012, 12:54

Hallo Markus,

damit hast du recht. Ich muss mich ganz schön plagen. Aber vielleicht wird es ja mit Haralds Unterstützung noch...

Liebe Grüße

Eva

11

Donnerstag, 12. Juli 2012, 23:36

man da muss ich kapitulieren....muss erst wieder sehr üben...
vorher wird des nix...aber was für ne sauklaue..wenn se nur mal besser/schöner geschrieben hätten :-)