You are not logged in.

  • Login

Dear visitor, welcome to Forum des Nordoberfränkischen Vereins für Natur-, Geschichts- und Landeskunde e.V.. If this is your first visit here, please read the Help. It explains in detail how this page works. To use all features of this page, you should consider registering. Please use the registration form, to register here or read more information about the registration process. If you are already registered, please login here.

Heiko Zips

Beginner

Posts: 10

Location: Oberkotzau

  • Send private message

1

Wednesday, August 29th 2018, 3:58pm

Bleikugeln - Immerseiben bei Sparneck

Mit meiner Metallsonde fand ich im Frühjahr 2018 auf einem Feld bei Immerseiben eine weiße (nicht deformierte) Kugel. Diese besitzt einen Durchmesser von ca. 14mm und wiegt ca. 15,0 g.

Bei der Recherche fand ich hierzu einige Einträge im Netz. Naheliegend ist, dass es sich um oxidiertes Blei handelt. Eine Berechnung über die Dichte / Durchmesser / Masse würde dies bestätigen.

Möglicherweise stammt die Kugel aus den Koalitionskriegen? Mehrfach suchte ich das Feld auf weitere Kugeln ab, jedoch ohne Erfolg.

(P.S. Ich habe mir die Erlaubnis zur Suche auf dem Feld zuvor eingeholt.)



Viele Grüße

Heiko
Heiko Zips has attached the following image:
  • Bleikugel.jpg

Hans Seidel

Intermediate

Posts: 339

Location: Hof/Saale

  • Send private message

2

Wednesday, August 29th 2018, 5:57pm

Im Hofer Museum liegen auch ein paar dieser Musketenkugeln.
P.S.: Schön, dass Du die Kategorie gewechselt hast.
Wäre sonst wohl Deutschlands mickrigstes Bodendenkmal geworden... :D

Jörg Wurdack

Intermediate

Posts: 453

Location: Mühldorf am Inn, früher Rehau und Schwarzenbach am Wald / Gottsmannsgrün

  • Send private message

3

Wednesday, August 29th 2018, 7:36pm

14 mm Kaliberdurchmesser erscheint mir für ein Militärgewehr aus der Zeit der Koalitionskriege etwas klein – auch unter Berücksichtigung der damals üblichen Kaliberschwankungen von 1 – 1,5 mm.
Eventuell wäre auch an eine Kugel aus einer zivilen (Jagd-) Waffe zu denken.

Die damals verwendeten Militär- Waffen hatten ein Kaliber von ca. 18 - 20 mm.

Die preußischen Infanterie-Gewehre hatten je nach Modell zwischen 18,5 und 20, 4 mm, Kavalleriekarabiner und –Pistolen lagen zwischen 16 und 18 mm.

Lediglich das 1805 eingeführte „Nothardt-Gewehr“ lag mit 15,7 mm darunter. Allerdings war dieses Gewehr nur in sehr geringer Stückzahl vorhanden, es waren lediglich die Potsdamer Truppen (sieben Bataillone) damit ausgestattet. Diese Truppenteile kamen im Raum Oberfranken 1806 nicht zum Einsatz. Nach der Niederlage von Jena-Auerstedt 1806 behielt Preußen nichts von diesen Gewehren.

Ähnlich sah es bei den französischen und österreichischen Truppen aus, auch hier gab es Kaliber zwischen 17,5 und 20, 5 mm, z.B. die französische „Mousquet Modèle 1777“.

Truppendurchmärsche und Einquartierungen kommen in den fraglichen Zeiten in der Gegend oft genug vor, mögliche kriegerische Auseinandersetzungen wären eventuell in Zusammenhang mit dem Gefecht bei Gefrees am 08. Juli 1809 und dem Gefecht bei Hof am 11. Juli 1809 zu sehen.


Literatur:
- Eckardt, Werner / Morawietz, Otto: Die Handwaffen des brandenburgisch - preußisch - deutschen Heeres 1640 – 1945, Hamburg 1973, S. 49 – 54, 323,
- Ortenburg, Georg: Waffe und Waffengebrauch im Zeitalter der Revolutionskriege (Heerwesen der Neuzeit, Band III 1), Koblenz 1988, S. 46
- Dietlein, Ernst: Chronik der Stadt Hof - Bd III: Stadtgeschichte von 1763 – 1871. Hof 1942, S. 166, 182, 188, 196, 204
- Linhardt, Ernst: Das Gefecht bei Gefrees und Berneck am 8. Juli 1809. Münchberg 1899.
- Müller, F.G.: Rückerinnerungen an die Ereignisse während der Kriegsjahre in meiner Vaterstadt Hof. Regensburg 1826, S. 36-45.

Grüße
Jörg
Fränkische Wahrheit: Zwei Besatzungsmächte haben wir gehabt - die Amerikaner und die Bayern. Die Amerikaner sind wir los.

Heiko Zips

Beginner

Posts: 10

Location: Oberkotzau

  • Send private message

4

Wednesday, August 29th 2018, 9:22pm

Vielen Dank für die interessanten Hinweise denen ich nachgehen werde. Mit Kugeln und Waffen habe ich mich bisher noch nie auseinander gesetzt. Mal sehen, was sich da noch ergibt.

Schöne Grüße

Heiko