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Freitag, 17. Februar 2017, 08:12

Reichssteuerregister von 1497

ich suche Hilfe, vielleicht könnt ihr mir helfen.

Ich habe gerade das Reichssteuerregister von 1497 des Fürstentums Brandenburg-Ansbach-Kulmbach oberhalb des Gebürgs, bearbeitet von Gerhard Rechter, aus dem Selbstverlag der Gesellschaft für Familienforschung in Franken,vor mir liegen.

Alle alten Ämter unserer Region werden behandelt. Allerdings fehlen die Orte Konradsreuth, Hartungs und Leupoldsgrün vollständig in der Auflistung und in Lipperts ist nur eine Familie, zum Amt Hof gehörig, aufgelistet. Haben ihr hierzu eine Erklärung? Kann es sein, dass der "alte Besitz der Lüchauer" zu keinem die hiesigen Ämter gerechnet wurde?

Gruß
Dieter

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Samstag, 18. Februar 2017, 12:54

Reichssteuerregister von 1497

Ohne einer möglichen Antwort von Herrn Dr. Kluge (der hier sicher kompetenter ist) vorgreifen zu wollen, möchte ich auf seine Ausführungen in der "Kleinen Geschichte der Hofer Region" zur Herrschaft der Hohenzollern in der frühen Neuzeit verweisen:

"In der Hofer Region gab es neben dem landsässigen Adel, dessen Rechte kaum über die eines Grundherrn hinausgingen, die Angehörigen der Vogtländischen Ritterschaft, die sich beinahe wie Territorialherren verhielten. Die Besitzer der Rittergüter in Konradsreuth, Förbau, Schwarzenbach an der Saale, Hofeck, Gattendorf, Isaar, Issigau, Münchenreuth, Nentschau, Oberkotzau, Regnitzlosau-Hohenberg, Reitzenstein, Selbitz, Zedtwitz und Schollenreuth gehörten neben vier Gütern im Wunsiedler Bezirk zur Vogtländischen Ritterschaft. Sie beriefen sich auf altehrwürdige Rechte, die sie von den staufischen Kaisern oder den Vögten von Weida ableiteten, und nutzten geschickt den denkbaren Anschluss an die fränkische Reichsritterschaft und die finanzielle und politische Schwäche der Landesherren, um ihre wirklichen oder vermeintlichen alten Rechte über den Absolutismus hinwegzuretten. Zu diesen Rechten zählten militärische und Steuerbefreiungen, die niedere und teils sogar die hohe Gerichtsbarkeit, das Patronatsrecht über die Kirchen und andere Privilegien wie die Zunftfreiheit."
(Arnd Kluge (Hrsg.): Kleine Geschichte der Hofer Region, 60. Bericht des Nordoberfränkischen Vereins für Natur-, Geschichts- und Landeskunde Hof, Hof 2010, S. 105)

Die Lüchauer als Angehörige der Vogtländischen Ritterschaft hatten sich offenbar zu Ende des 15. Jahrhunderts noch eine so große Unabhängigkeit vom "Fürstentum Brandenburg-Ansbach-Kulmbach oberhalb Gebürgs" bewahrt, dass ihre Untertanen nicht im Reichssteuerregister für dieses Territorium auftauchen. Das betrifft übrigens auch die anderen vorstehend genannten Rittergüter bzw. Ortschaften.

Thomas Schörner