Sie sind nicht angemeldet.

  • Anmelden

1

Freitag, 8. April 2011, 15:22

Lauterbach


Quelle: Bericht zu den Ortsnamen des ehemaligen Fürstentums Bayreuth, Archivband des historischen Verein für Oberfranken, Bayreuth aus dem Jahre 1920



Ehemals bei Schauenstein; „Der lauter Bach“

2

Sonntag, 4. November 2018, 23:17

Hallo zusammen,

wir hatten es ja dieses Jahr schon mal mehrmals mit dem Flurnamen Lauterbach zu tun. Hierunter die 2 Wüstungen Lauterbach bei Schauenstein und Lauterbach bei Kirchenlamitz.
Im Rahmen unserer Recherchearbeiten zum Goldbuch stießen wir auf folgende
Sachverhalte:

Auszug aus unserem Buch Kapitel II: Flurnamen in Verbindung mit "Seifenwerken".
Hier Schauenstein betreffend:

Flurnamen auf Gold- und Erzwäschen bei Schauenstein:

1. Goldberg: Im Jahr 1408 wird ein Bergwerk bei Schauenstein erwähnt, dass angeblich auf Gold und Silber angelegt wurde. Gegen die Annahme eines Bergwerks auf Gold sprechen die Archivalien, die hier nur Bergbau auf Kupfer und Eisen belegen.


2. Siechenbach: aus mhd. Sickern, Sifen, Sieben. Heute mit Seifenbach zu übersetzen.

3. Die Wäsche: Der Ort an dem das gepochte Erz gewaschen wurde.

4. Lauterbach: Heute eine Wüstung südlich von Schauenstein. Eine gleichnamige Wüstung, die allerdings in Verbindung mit einem Seifenwerk auf Zinn zu sehen ist, befindet sich heute am Rande des Hallersteiner Waldes bei Kirchenlamitz. Nachforschungen ergaben, dass ein unmittelbarer Zusammenhang mit der „Wäsche“, hier die Erzwäsche mittels eines Lautertroges zu bestehen scheint. Im Riesengebirge ist auch der Begriff „Lauterseife“ und „Goldseife“ als Bachname bekannt. Zum Waschen des Erzes wurde hier der sogenannte Lautertrog eingesetzt.


Gehäuft treten in Verbindung mit Seifenwerken in den historischen Karten die Namen Blassen, Blessen, Blössen, Plessen, Plesen, Blesten, Bleß, Bleßberg auf. In einer Archivale findet sich hierzu folgender Text (Auszug aus einem Bericht aus dem Jahr 1586 an den Markgrafen): „Wegen des angegebenen Goldganges zu Hilbrechtsgrün, ohne Wasser ist nicht zu schürfen, nicht zu ENTBLÖSSEN, kein Wasser ist auf ein Wasserrad zu bringen“.

Auch bei der Prospektion (der Suche) nach anderen Erzen und Mineralien wird in der Literatur und zahllosen anderen Archivalien immer wieder der Begriff des „Entblössens“ verwandt.

Literatur und Quellenverweise: Dietel 1963 und Anonymus 1767, Oskar Köhl zur Geschichte des Bergbaus im vormaligen Fürstentume Kulmbach- Bayreuth 1913 S. 353;
Rauh und Lehrberger, Geologica Bavarica, München 1997; Johann Theodor Helfrecht 1797, Beschreibung der Landeshauptmannschaft Hof oder des combinierten Bergamtes Lichtenberg und Lauenstein; Agricola, De Re Metallica Libri XII; Heinrich Schurtz, Der Seifenbergbau im Erzgebirge.


Gruß

Eva