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Sonntag, 25. Februar 2018, 00:01

Projekt: Erforschung der Seifenwerke auf Gold im Landkreis Hof

Hallo zusammen,

jetzt will ich mich mal wieder zu Wort melden. Mein letzter Beitrag hier ist ja schon eine Ewigkeit her.

Seit April 2015 läuft nun unser Forschungsprojekt die "Goldseifenwerke im Landkreis Hof". Hintergrund des Projekts waren die unzähligen Sagen und Berichte über den Goldbergbau in unserer Gegend. Unser Untersuchungsgebiet ist hier der Landkreis Hof. Die bekanntesten und in der Literatur meist beschriebenen Seifenwerke auf Gold sind hier die Geigersmühle und die Ringlasmühle. Beides eingetragene Bodendenkmäler und Geotope. Doch was ist wirklich dran an den zahlreichen Überlieferungen, Sagen und Flurnamen? Wie viel Gold gab es denn hier zu holen?

1. mündliche Überlieferung
2. Flurnamen
3. Walenbücher
4. Archivalien
5. Geländespuren ( Diese haben wir unterteilt in heute noch sichtbare Spuren im Gelände und in großen Teilen nur noch im Lascerscan sichtbar.)
6. Prospektion und Nachwaschen vor "Ort"

Bleiben wir zunächst bei Nr. 5 - Geländespuren. Diese Spurensuche war die Erfolgreichste. Hier konnten wir mehr als 30 Stellen nachweisen, die eindeutig als Erzseifen identifiziert werden konnten. Das Wort "Goldseifen" lasse ich jetzt mal bewusst weg.
Nun die Fragestellung: Wenn es so viele Geländespuren, Literatur und in Flurnamen so viele Namen auf Goldberg, Goldbach und Silberbach in Verbindung mit Edelmetallgewinnung gibt, dann müssten diese doch mit Sicherheit Niederschlag in den Archivalien gefunden haben?

Nun zur Nummer 4 - Archivalien: Ja, diese gibt es! Und zwar im Ganzen 3!

1. Die Goldwäsche zu Hoff an der Saale (Laufzeit 1557 - 1574, Staatsarchiv Bamberg)
2. Das Goldseiffenwerk zu Plössen (Laufzeit 1562 - 1602; Staatsarchiv Bamberg)
3. Das Goldwäschwerk zu Münchberg (Laufzeit 1600; Staatsarchiv Bamberg)

Und mehr gibt es nicht. Also ganz schön bescheiden! Das Bergeschrey auf Gold konnte es nicht gegeben haben!

Was war es dann? Nach was wurde tatsächlich geschürft?

Also nun zu Nr. 6 Nachwaschen vor Ort! Und jetzt wurden wir fündig! In der Waschschüssel fanden wir den sogenannten "Black Sand". Zumeist bestehend aus den Schwermineralen Hämatit, Ilmenit, Magnetit und Siderit - vereinfacht ausgedrückt "Eisen"! Es waren schlicht und ergreifend Seifen auf Eisenerze! Freilich hatten wir auch Gold in der Waschschüssel, aber dieser Anteil war so gering, dass wir ihn nur als "Beifang" gewertet haben.

Häufig fanden sich in der Waschschüssel auch rote Granate. Hierzu fand sich sogar eine Archivalie im Staatsarchiv Bamberg, die den Beleg lieferte, dass bei Hof (Unterpferdt) und in Münchberg im Jahre 1771 die zwei (Seifen)Bergwerke auf Granate geschlossen wurden.

Gruß

Eva

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Sonntag, 2. September 2018, 18:10

Wurden die Seifenanlagen in Jehsen und die Seifenhügel am Rothenbach auch schon in die Untersuchung mit einbezogen?