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Adrian Roßner

Administrator

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1

Dienstag, 15. November 2011, 23:55

Die Geigersmühle bei Ottengrün

Liebe ForumsteilnehmerInnen,

Man konnte -oder wollte- fast nicht glauben, was der Helmbrechtser Heimatforscher Alfred Rauh beim letzten Treffen des AK in einem Gespräch erzählte... Kurzer Rückblick: Jedem Münchberger und jedem Helmbrechtser ist die Geigersmühle ein fester Begriff - nicht nur, weil nach dem alten Betrieb, der sich schon im 16. Jahrhundert nachweisen lässt, eine kleine Ansiedlung benannt ist, sondern auch deswegen, da die Mühle sich vor allem bei Freunden der Heimathistorie dadurch einen Namen gemacht hatte, dass sie auch 14 Jahre nach ihrer Stilllegung noch mit der originalen Einrichtung aus der Jahrhundertwende ausgestattet gewesen ist - oder besser: "war". Ja, ihr habt richtig gelesen: Vor knapp einer Woche wurde die gesamte Mühle heimlich, still und leise abgerissen; heute zeugen nur noch Reste der Radstube von ihrer Existenz! Somit verschwindet ein weiteres Denkmal spurlos vom Erdboden. Im Anhang findet ihr einen kurzen Artikel mit einigen historischen und aktuellen Ansichten, den ich nach meiner Ortsbegehung geschrieben habe. Evtl. leite ich ihn auch an die Zeitung weiter, um der Mühle so wenigstens posthum noch einmal zur letzten Ehre zu verhelfen!

Liebe Grüße,

Adrian

P.S. Ihr könnt die Seiten über "Ansicht" --> "Ansicht drehen" --> "Gegen UZS" in die richtige Position bringen!
»Adrian Roßner« hat folgende Dateien angehängt:
Kreisarchivpfleger; Kulturreferent des Fichtelgebirgsvereins

2

Mittwoch, 16. November 2011, 08:03

Mich würde noch der Grund des Abbruchs interessieren, der aus dem Artikel leider nicht hervorgeht.
Warum - zum Geiger - reißt man ein solches Kulturdenkmal einfach weg?!

Adrian Roßner

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3

Mittwoch, 16. November 2011, 17:32

Hallo Hans,

Den Grund habe ich bewusst weggelassen, da ihn mir niemand nennen konnte. Ich vermute einfach, dass die Mühle abgebrochen worden ist, da sie nicht mehr bewohnt und baufällig gewesen ist...

Liebe Grüße,

Adrian
Kreisarchivpfleger; Kulturreferent des Fichtelgebirgsvereins

4

Mittwoch, 16. November 2011, 17:45

Lieber Adrian,

es wäre aber schon interessant, den Grund zu kennen.
Wenn Du mal darüber stolpern solltest.....

Vielleicht kann man dann nämlich in Zukunft abrißverdächtige Objekte besser schützen.
Unser Kreisheimatpfleger kann ja auch nur dann aktiv werden, wenn er über einen solchen Sachverhalt
vollständig im Bilde ist. So ließe sich vielleicht manches Gebäude noch retten.

Dein Hans

5

Mittwoch, 23. November 2011, 17:35

Hallo Adrian,

dein Artikel ist aller erste Sahne, wobei der Anlass ja nun wirklich traurig genug ist. An deiner Stelle würde ich schon versuchen, den Artikel in der Frankenpost zu veröffentlichen. Unser Ziel ist es doch die Bevölkerung für den Denkmalschutz zu gwinnen. Was bringt es uns, wenn es nur bei uns im kleinen Kreis dikutiert wird. So etwas kann man nicht laut genaug nach draußen schreien. Allerdings halte ich es fast unmöglich Abrisse dieser Art zu verhindern, zum einem erfahren wir es ja meist erst hinterher und außerdem bin ich mir sicher, dass eine ordentlich Abrissgenhemigung vorlag. Was mich hier in diessem Fall interssieren würden, ist ob der Eigentümer diese Mühle finanziell nicht erhalten konnte oder einfach nur nicht wollte?

Und wie man sich unliebsamer Denmäler entledigt, wissen wir doch alle hier!

Liebe Grüße

Eva

Adrian Roßner

Administrator

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6

Donnerstag, 24. November 2011, 14:30

Hallo Eva,

Nachdem ich mich beim gestrigen Historischen Stammtisch in Münchberg mit Herrn Rauh unterhalten und ich ihm von dem Artikel erzählt habe, gab er mir seine Einwilligung zur Publikation - immerhin taucht er ja namentlich auf und da wollte ich nicht einfach über seinen Kopf hinweg den Bericht an die Zeitung senden. Ich werde also morgen eine Mail an meine "Kontaktperson" aufsetzen und Text und Bild anhängen.

Laut Herrn Rauh hatte sich zum Erhalt der Mühle sogar ein eigener AK gegründet, der jedoch nach kurzer Zeit wieder eingeschlafen ist. Es wären seiner Aussage nach knapp 48 000 Mark vonnöten gewesen, um den Betrieb direkt nach der Stilllegung 1987 zu konservieren und gegebenenfalls zu restaurieren.

Liebe Grüße,

Adrian
Kreisarchivpfleger; Kulturreferent des Fichtelgebirgsvereins

7

Sonntag, 4. Dezember 2011, 22:55

wer ist schuld?

Hallo Adrian,

Danke für den tollen Bericht.

Kannst du uns sagen wer Eigentümer der Geigersmühle war, ob sie unter Denkmalschutz stand und wer den Abbruch genehmigt hat.

Du schreibst, dass dir keiner den Grund für den Abriss nennen konnte. Mit wem hast du gesprochen, auch mit den Eigentümer, dem Bauamt und der Stadt?

Liebe Grüße
Dieter

8

Montag, 5. Dezember 2011, 22:54

Hallo Zusammen

Habe nun selbst mal etwas recherchiert.

Im Rahmen der Planung für den Gewerbepark A9 Mitte hat der Zweckverband für die Erschließung des Gewerbeparks und der Ansiedlung Raumedic verschiedene Grundstücke, darunter auch das Grundstück der Geigersmühle erworben.

2003 wurde die denkmalrechtliche Erlaubnis für den Abbruch der Geigersmühle beim Landratsamt Hof beantragt. Mit Bescheid vom 26.11.2003 hat die untere Denkmalbehörde die Erlaubnis zum Abbruch erteilt.

Nunmehr erfolgte der Abbruch durch den Zweckverband A9 Mitte.

Somit waren Bürgermeister und Stadtrat von Münchberg und Helmbrechts sowie das Landratsamt Hof, untere Denkmalbehörde, in die Entscheidungen integriert. Ich nehme an, dass auch die Öffentlichkeit, Auslegung der Planungen (?), frühzeitig informiert wurde.

Liebe Grüße
Dieter

Adrian Roßner

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9

Montag, 5. Dezember 2011, 23:29

Hallo Dieter,

Vielen Dank für die Infos - kaum zu glauben, dass keine der Behörden etwas dagegen einzuwenden hatte...

Wie dem auch sei: Der Artikel ging heute an die MHZ, allerdings etwas entschärft, immerhin will ich nur an die Mühle erinnern und nicht unbedingt jemand "auf den Schlips treten"! :)

Liebe Grüße,

Adrian
Kreisarchivpfleger; Kulturreferent des Fichtelgebirgsvereins

Adrian Roßner

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10

Dienstag, 20. Dezember 2011, 10:09

Artikel veröffentlicht

Hallo zusammen,

Die MHTZ hat heute meinen Artikel zum Abbruch der Geigersmühle publiziert und ihn, bis auf einige Satzumstellungen, beinahe unverändert gelassen - sogar der Info-Kasten zur Arbeit des AKA ist enthalten!

http://www.frankenpost.de/lokal/muenchbe…art2441,1845888

Liebe Grüße,

Adrian
Kreisarchivpfleger; Kulturreferent des Fichtelgebirgsvereins

Adrian Roßner

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11

Donnerstag, 5. Januar 2012, 12:37

Reaktionen auf den Zeitungsartikel

Hallo zusammen,

Gelinde ausgedrückt könnte man sagen "Wir haben einen kleinen Sieg errungen": Heute wurde in der Frankenpost ein Artikel zum Abriss der Geigersmühle veröffentlicht, der die Problematik bei der angestrebten Renovierung in den Vordergrund rückt. Somit ist der Plan, mit dem ersten, kleineren Beitrag, auf den Abriss aufmerksam zu machen, vollends geglückt!

Liebe Grüße,

Adrian
»Adrian Roßner« hat folgendes Bild angehängt:
  • MHZ 5. Jan. 2012 S.7 - Geigersmühle 001.jpg
Kreisarchivpfleger; Kulturreferent des Fichtelgebirgsvereins

12

Donnerstag, 5. Januar 2012, 13:48

Geigersmühle

Hallo Adrian,

es freut mich, dass es unserem kleinen Kreis gelungen ist, etwas Aufmarksamkeit zu erregen. Es spornt an weiter zumachen. Ja, steter Tropfen höhlt den Stein! Es schadet nichts, wenn man in aller Freundlichkeit, mal auf einige Missstände aufmerksam macht. Aber etwas frustriert bin ich auch. So ist ja meist der Wille zum Erhalt eines Denkmals da, aber leider ist es, wie es auch hier aus dem Artikel hervorgeht, kleinen Vereinen nicht möglich, die nötigen finanziellen Mittel zu beschaffen.


Liebe Grüße

Eva

Adrian Roßner

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13

Donnerstag, 5. Januar 2012, 16:28

Liebe Eva,

Wie wahr, wie wahr...

Für mich ist derzeit auch noch unbegreiflich, dass wirklich niemand dem Verein finanziell unter die Arme greifen wollte. 60.000€ sind immerhin im Vergleich mit anderen hier im Forum angesprochenen Summen nicht sonderlich viel. Wie dem auch sei, hoffe ich, dass wir als AKA in Zukunft gerade bei solchen Projekten wenigstens immateriell weiterhelfen können.

Liebe Grüße,

Adrian
Kreisarchivpfleger; Kulturreferent des Fichtelgebirgsvereins

Adrian Roßner

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14

Mittwoch, 8. Februar 2012, 23:41

Hallo zusammen,

Ich habe heute einige (Innen-)Ansichten der Geigersmühle von Bertram Popp bekommen, die ich euch am Samstag kurz vorführen werde; es sind wirklich sehr schöne Aufnahmen dabei!

Liebe Grüße,

Adrian
Kreisarchivpfleger; Kulturreferent des Fichtelgebirgsvereins

15

Donnerstag, 9. Februar 2012, 13:12

Ist ja super, Adrian. Freue mich schon drauf.

16

Mittwoch, 4. Januar 2017, 18:18

Denkmalschutzliste

Kann jemand überprüfen, ob dieser Eintrag aktuell ist:
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_…igersm.C3.BChle

Adrian Roßner

Administrator

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17

Mittwoch, 4. Januar 2017, 23:05

Ist er nicht: Die echte "Geigersmühle" ist keineswegs Haus-Nr. 2; das geht aus der Denkmalliste hervor, in der sich keinerlei korrespondierender Eintrag findet. Das wiederum liegt daran, dass das tatsächliche Mühlen-Gebäude, wie oben beschrieben, abgerissen worden ist. M.E. handelt es sich beim heutigen Café um einen Wirtschaftshof, der zwar zur Anlage gehört haben mag, aber nicht als pars pro toto gesehen werden sollte.
Kreisarchivpfleger; Kulturreferent des Fichtelgebirgsvereins

18

Donnerstag, 5. Januar 2017, 09:25

Denkmalliste

Es stellt sich mir immer noch die Frage, wo ich die aktuelle Denkmalschutzliste finde und ob das Objekt korrekt eingetragen ist.

Adrian Roßner

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19

Donnerstag, 5. Januar 2017, 10:11

Kreisarchivpfleger; Kulturreferent des Fichtelgebirgsvereins