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Mittwoch, 19. Februar 2014, 17:56

1568 Hof im Jahre des Herrn 1568

Frühjahr: Papiermühle feiert Baubeginn
18.07. Heinz Robiger ertrinkt
Michaeliskirche: Trauungsbuch geschrieben
1568/71 Papiermühle am Sand erbaut
1568-(1865) Röhrenteich in der Auguststraße angelegt

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Freitag, 15. Juli 2016, 10:56

Röhrenteich

Kann jemand nähere Informationen zum Röhrenteich machen?

Kann jemand Quellen nennen oder Info geben über die genaue Lage und Größe des Sees (vor, hinter oder auf der zurück gebauten Stadtmauer, wurde der See angelegt auf Höhe Graben, Auguststr oder Gymnasialplatz).

Wie wurde er mit Wasser versorgt? Und für was wurde er verwendet, beziehungsweise warum wurde er angelegt.

Gruß
Dieter

3

Freitag, 15. Juli 2016, 13:30

Lieber Dieter,

von 1568 – 1863 soll ein Feuerlöschteich an der Nordseite des
Franziskanerklosters existiert haben. Er wurde 1863 beim Bau des
Gymnasiums durch Thomas zugeschüttet und die Höhe zum Gymnasiumsplatz
wurde ausgeglichen. Dieser Teich soll gleichzeitig als Röhrenteich, also
ein Teich, indem die zu Röhren zu verarbeitenden Baumstämme über
längere Zeit (Monate) gewässert werden, gedient haben.

Die Karte und diesen Text habe ich von Herrn Rainer Krolop, der sich seit ein paar Jahren mit dem Thema Wasserversorgung in Hof befasst.
Allerdings äußert er auch Zweifel an diesen Angaben, doch ist er da noch nicht recht weiter gekommen. Wenn ich etwas
Neues erfahre, lasse ich es Dich wissen.

Gruß, Hans
»Hans Seidel« hat folgendes Bild angehängt:
  • Gymnasiumsplatz 1808-64.jpg

4

Freitag, 15. Juli 2016, 19:53

Ich danke Dir

Jörg Wurdack

Fortgeschrittener

Beiträge: 429

Wohnort: Mühldorf am Inn, früher Rehau und Schwarzenbach am Wald / Gottsmannsgrün

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5

Samstag, 16. Juli 2016, 10:19

Müller erwähnt in der Chronik der Stadt Hof, Bd. IX bei den städtischen Pflichtenträgern den „Wasserwärter“, der für Brunnen, Wasserleitungen usw. zuständig war. Daneben wird noch der „Röhrenmeister“ genannt. Dazu schreibt Müller aber nur: „Ob er besondere Arbeiten an den Wasserleitungen oder den Zuleitungen in die Brauhäuser ausführen mußte, ist nicht überliefert.“
(Müller, Rudolf: Chronik der Stadt Hof, Band IX: Rechts- und Verwaltungsgeschichte der Stadt Hof, Hof 1997, S. 131).

Seine Primärquelle nennt er leider nicht explizit, er verweist nur generell auf:
- Aufzeichnungen von Vorschriften und sonstigen Unterlagen für den Amtsgebrauch, Stadtarchiv Hof, hier: Pflichtenbuch
- Müller, Rudolf / Beisbart, Max: Heimatkundliche Quellenhefte, Die Stadt Hof und ihre Bürger im Spiegel der Jahrhunderte, hrsg. vom Stadtarchiv Hof: Pflichten sonstiger Amtsträger der Stadt Hof im Bereich der Überwachung und Versorgung, Nr. 4/2B (ohne Jahresangabe).
Fränkische Wahrheit: Zwei Besatzungsmächte haben wir gehabt - die Amerikaner und die Bayern. Die Amerikaner sind wir los.

6

Freitag, 5. August 2016, 11:29

Röhrenteich

Hallo Dieter,

der Teich existierte an der Nordseite der Stadtmauer(siehe Stadtplan 1852) mit verschiedenen Bezeichnungen (Feuerweiher, Röhrenteich, Löschteich) und diente der Wasserung gebohrter Röhren bis zu deren Verbrauch. Im Plan von Baurat Thomas zum neuen Gymnasium (Stadtarchiv A 10546) ist er als ehemaliger Röhrenteich eingezeichnet, überlagert vom Bauhof der Stadt. Auf diesem Platz wurde unter seiner Leitung das neue Gymnasium errichtet. Der Teich wurde nachweislich von 1825-1837 vom Magistrat der Stadt an privat verpachtet. Dies kann als Beleg dafür gelten, dass die Zeit der Holzröhren zu Ende geht und die Stadt bei den Röhrenleitungen umstellt auf andere Medien (Ton - siehe Leimitz , gußeiserne Leitungen - siehe Leitung am Sand). Da 1810 die Stadtmauer in Verlängerung der Theaterstr. geöffnet worden ist (Neues Tor), könnte er ab 1810 als Löschteich verwendet worden sein, vorher ergibt das für mich keinen Sinn. Wie soll die Stadtmauer überwunden worden sein?

Als Röhrenteich könnte er durchaus existiert haben, z.B. zur Pflege der Röhrenfahrt von Haidt, dies war immerhin die längste Röhrenfahrt in Hof und lag weit ab vom Floßplatz am Oberen Anger. Wann er angelegt worden ist, habe ich nicht herausfinden können, 16.Jahrhundert scheint aber plausibel zu sein. Für die Röhrenfahrt von Haidt wird 1505 wiederholt genannt, ohne urkundlichen Nachweis.

Die Irritation mit dem Löschteich könnte ihre Ursache in einer Bemerkung von Dietlein, Chronik der Stadt Hof, Bd. 1, haben, dass 1569 in der Judengasse aus Baumstämmen und Mist ein Teich gebaut worden ist zur Bekämpfung eines Stadtbrandes in der Klostergasse (Zitat siehe Attachment).

mfG

Rainer
»Rainer Krolop« hat folgendes Bild angehängt:
  • Dietlein, Chronik Bd_1,  1569 Teich in der Judengasse.jpg