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Mittwoch, 29. Juni 2011, 21:59

Rittergut Prex als Afterlehen von Regnitzlosau-Niedernberg

Es ist schon eigenartig, dass sich auch in den Kirchenbüchern von Regnitzlosau keine Spuren der Familie v. Seitz finden. Dort hätte ich sie noch am ehesten vermutet. Allerdings kann auch Prex nicht lange in den Händen der Familie gewesen sein. War heute im Staatsarchiv Bamberg und habe dort in den Acta titulum possessionis zum Rittergut Niedernberg in Regnitzlosau nachgeschlagen, fand dort aber nur zwei Hinweise auf die v. Seitz:


Staatsarchiv Bamberg

Preußische Regierung I. & II.
Senat,


Nr. 6317/I


Acta Titulum possessionis des
Ritterguths Regnitzlosau-Niedernberg, Vol. I.


1604 – 1736


1711, 7. Juli




Markgraf Georg Wilhelm zu Brandenburg
belehnt Sigmund Heinrich von Reitzenstein mit dem „Forwerck sambt
dem Ansitz auf dem Niedernberg zu Losau mit allen Zugehörungen
...Mehr zu Prex: Ein Fohrwerck sambt dem Ansitz und allen Nutzungen
an Äckern und Wiesen. Item Einen gantzen Hoff daselbst darauff
ehedeßen Nicol Hopperdietzel jetzo David Hopperdietzel und
einen halben Hoff, darauff vordeßen Leoni Schlupper gewohnet,
welcher aber ietzt zu besagten Forwerck geschlagen worden. Mehr Ein
Güthlein darauf vorhero Hannß Wentzel, jetzo Oßwald
Korndörffer wohnet, Item ein Trüpffhäußlein,
darauf hiebevor Heinrich Steingruber jetzo Peter Otto, Mehr ein
Trüpffhäußlein dorauff ehedeßen Antonius Pirner
jetzt Hannß Struntz und Eine Herberg, darauff vorhin Paul
Burger, der Zeit aber Nicol Luding wohnet. Mehr Einen Fischbach von
der Huschermühl biß zum Kühnfurth. Welches Forwerck
zu Prex und was dabey gemeldet weyl. Hannß Ernst Thoß von
Elnbach von weyl. Wolff Sigmunden von Reitzenstein zu Niedernberg vor
der Zeit erkauffet und von Ihm zu Lehen empfangen, anjetzo aber
Philipp Heinrich von Seitz wiederum erkauffet und von den Besitzer
des Ritterguths Niedernberg zu Lehen erhalten. Welches alles
ernandter Sigmund Heinrich von Reitzenstein in der mit seinen beeden
Brüdern Ernst Heinrichen und Carl Heinrichen von Reitzenstein
ehevorn gehaltenen Theilung alleine überkommen und den 7. Julii
anno 1711 in Lehen genommen.“





1728, 5. Febr.




Markgraf Georg Friedrich Carl zu
Brandenburg belehnt Christoph Heinrich von Reitzenstein als
Bevöllmächtigten von dessen Schwager Christoph Sigmund von
Reitzenstein mit dem „Forwerck sambt dem Ansitz auf dem Niedernberg
zu Losau mit allen Zugehörungen:


„.... welches Forwerck zu Prex und
was dabey gemeldt ist, hiebevoirn Hannß Ernst von Thoß zu
Erlbach und Herrnach Philipp Heinrich von Seitz alß ein Affter
Lehen von Niedernberg beseßen, jetzo aber hat solches alles der
Besitzer des Rittergutes Christoph Sigmund von Reitzenstein von
ermelten von Seitz käufflich wieder an sich gebracht und
selbsten in Besitz. Welches alles mehrgedachter Rittermeister
Christoph Sigmund von Reitzenstein von Sigmund Heinrich von
Reitzenstein vor der Zeit erkauffet und damahln am 24. Novbr. anno
1718 der gebühr nach zu Lehen recognosciret.


Ansonsten finden sich in diesem Akt keine Hinweise, die auf eine Verwandtschaft zwischen den Niedernberger Schloßbesitzern v. Reitzenstein und der Familie v. Seitz schließen lassen. Näheres über die Belehnung des Philipp Heinrich von Seitz mit Prex kann wohl nur Gutsarchiv Niedernberg ermittelt werden, dessen Verbleib mir unbekannt ist.

42

Mittwoch, 29. Juni 2011, 22:03

Karl Friedrich v.
Frank: Standeserhebungen und Gnadenakte für das Deutsche Reich
und die Österreichischen Erblande bis 1806, 4. Band, Schloss
Senftenegg 1973, S. 298
:

__________________________________________________________________________


Seitz, Caspar, Kammerbote bei
der o.ö. Regierung u. Sohn Erasmus, Adstd. Wappen, Innsbruck
10.V.1563 (E.)


Seitz Viti (Veit), Hans, sen. u.
jun. Brüder, Söhne eines Univ.-Prof. in Wien, Wappen mit
Lehensart., Wien 1. VIII. 1564, (E).


Seitz, Johann, Wappen mit
Lehensart., Wien, 1. XI. 1569, (E.)


Seitz, Zacharias, Lienhard,
Georg, Brüder, Bürger in Constanz, tiroler Wappenbrief mit
Lehenart. 3. II. 1593, (E.)


Seitz, Johann Engelhard,
kurbayer. CptLt., Adstd. f. d. Reich u. d. Erblande, „von
Seitzenberg“, priv. denominandi, Lehenberechtigung, Laxenburg 26.
V. 1699, (R)


Seitz, Maria Barbara von,
verehel. Heidnab, AdBest. WappenBest., priv. denominandi, Wien 16.
VI. 1756, (R).


--..oo0oo..-


Lehenart. = Lehenartikel (articules
feudalis). Diese in den Urkunden selbst gebrauchte Fomel sichert dem
Wappeninhaber das Recht zu, gleich anderen Wappen- und Lehengenossen,
ritternäßige Lehen zu tragen und alle damit verbundenen
Vorzüge zu genießen. Dem Beliehenen wurden damit adelige
Qualitäten zuerkannt, obwohl er de facto nicht adelig war.

priv. denominandi = Berechtigung sich
nach innehabdenden oder zu erwerbenden Besitzungen zu nennen.


(R) = Reichsakt

(E) = Erbländischer oder
Hofkanzleiakt

43

Donnerstag, 30. Juni 2011, 14:45

Entdeckung im Magazin des Lesesaales der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena

Lieber Herr Seidel, lieber Herr Stark, liebe Forumsteilnehmer !

Bei meinen gestrigen Besuch der Universitätsbibliothek in Jena habe ich in dem " Genealogisches Handbuch ... " von Gerhard Fridrich Albrecht ( siehe Bild ) das Geburtsdatum des Franz Carl Erdmann von Seitz und weitere aufschlußreiche Daten über das "Freyherrliche Haus" Seitz gefunden.

Auf Seite 301 steht unter Seitz. nachfolgendes : " Dieses Freyherrliche Hauß stammet aus der Obern-Pfalz, von wannen es sich zu Zeiten der Kirchen=Reformation ins Vogtland gewendet und in die dasige Ritterschaft aufgenommen worden. "

Weiterhin findet man das der Freyherr Franz Erdmann von Seitz am 12.Oktober 1719 geboren wurde. Er ist zum Zeitpunkt des Erscheinens des Handbuches "Hessen=Cassel.Obrist u. Commendant des Steinisch.Infant.Regim." - seine Gattin ist die geborene Dorothea Francisca von Rotzmann, deren Vater Johann Wilhelm Adolph von Rotzmann ist. - Mutter ist die geborene Mar. Agnes Schenkens zu Schweinsberg .

Als Eltern und Großeltern des Franz Carl Erdmann von Seitz sind ebenda aufgeführt:

Eltern:

Rittmeister Philipp Heinrich von Seitz. geboren am 7 Juni 1680 - gestorben am 29.April 1741 und Maria Rosina Juliana , Tochter des Georg Christoph von Buttlar zu Krautheim.

Großeltern:

Johann Heinrich von Seitz, geboren 1627 - gestorben 1697 und Sibilla Magdalena, Tochter des Georg Ernst von Reizenstein auf Mühldorf a.d.H. Rößla u. Dürenthal.

Diese Angaben bestätigen auch die bisher gesammelten Erkenntnisse über Franz Carl Erdmann von Seitz ( mit Ausnahme des zurückgerechneten Datum seiner Geburt aus den Halifax-Angaben ) und vermitteln auch Informationen zu den Vorfahren.


Vielleicht ergeben sich aus meinen Ermittlungen auch neue Ansätze für die Suche nach dem Geburtsort des Franz Carl Erdmann von Seitz und der Ermittlung von weiteren Lebensdaten der Familie von Seitz.

Die Suche geht weiter - vielen Dank an "Alle" , die mich bisher bei der Suche unterstützen.

Herzliche Grüße von der Saale

Rolf Wahl
»GRVONSEITZ« hat folgendes Bild angehängt:
  • GH1.jpg

44

Donnerstag, 9. Februar 2012, 22:49

Johann Heinrich Seitz oo Sibylla Magdalena v. Reitzenstein, Pfarrer in Röslau (+ 1697)

Hallo zusammen,
habe etwas neues zum Thema "Seitz" beizutragen. Auf dem Grabstein des 1697 in Röslau verstorbenen und dort begrabenen Pfarrers Johann Heinrich Seitz befindet sich dieses Wappen:
»Harald Stark« hat folgendes Bild angehängt:
  • Seitz_Rö2.JPG

45

Freitag, 17. Februar 2012, 15:43

Familienwappen "von Seitz"

Lieber Herr Stark,

Danke für den hochinteressanten Fund, ohne dass ich ein "Heraldiker" bin, glaube ich dass beim ersten oberflächlichen Vergleich mit den in St.Paul in Halifax hängenden Wappen ein großer Zusammenhang besteht ( abgesehen von der "Seitenverkehrtheit" und der unterschiedlichen Ausführung der einzelnen Wappeninhalte). Zum direkten Vergleich füge ich das Halifax Wappen noch einmal an.

Herzliche Grüße von der Saale

Rolf Wahl
»GRVONSEITZ« hat folgendes Bild angehängt:
  • FCE von Seitz.jpg

46

Freitag, 17. Februar 2012, 17:57

Guten Abend Herr Wahl,
es handelt sich um ein Allianzwappen, da kommt es oft vor dass Wappen "spiegelverkehrt" dargestellt sind, da die Wappen der Ehegatten sich einander zukehren.
Beste Grüße
Harald Stark